Geschichte

Den Ausführungen im nachfolgenden, von Bürgermeister Dr. Alexander Stollenwerk zur Bahneröffnung verfassten Grußwort der Stadt, kann sicherlich auch noch heute ohne Einschränkungen gefolgt werden:

„Am 26. Mai 1954 wird die Bopparder Sesselbahn ihre erste Fahrt zum Hirschkopf und Gedeonseck unternehmen. Dann ist ein Werk glücklich vollendet, das in den letzten Monaten nicht nur von der gesamten Bevölkerung der Stadt Boppard, sondern auch von der Einwohnerschaft der nahen und weiten Umgebung mit sehr regem Interesse verfolgt wurde.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Alpenwelt durch Seilbahnen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Jetzt hat auch die Bevölkerung unserer Stadt und unseres Kreises für sich und die zahlreichen Gäste der gesegneten Landschaft des romantischen Mittelrheins, des Hunsrücks und des Taunus ebenfalls Gelegenheit, mit einer solchen Bahn die Schönheiten unserer Heimat auf bequeme Weise zu besuchen.

Wenn die Stadt Boppard sich für den Bau dieser Bahn vom Mühltal bis zur Berghöhe eingesetzt hat, dann geschah dies in erster Linie deshalb, weil die Stadt bestrebt war, die Reize der Landschaft, den einmaligen Blick vom Vierseenplatz, vom Gedeonseck und von der Altenburg wirklich für die Besucher zu erschließen.
Ich erwäge kühn zu behaupten, dass es keinen Platz am Rhein gibt, der sich mit dem Ausblick von diesen Punkten auf die größte Schleife des Rheins überhaupt vergleichen lässt.

Die Fahrt mit der Sesselbahn wird dem schönheitsdürstenden Auge das wechselvolle Bild des belebten Rheinstromes bieten und bei der Talfahrt den Blick in die herrlichen Schluchten und Wälder eröffnen. So wird die Sesselbahn mit dazu beitragen, auch denen den Genuss der einmaligen Schönheit von Rheinbogen und Schiffsverkehr, von Wäldern und Tälern, von Ausblick und Besinnlichkeit zu bieten, denen der Besuch dieser Bergeshöhe aus irgendwelchen Gründen bisher nicht möglich war. Damit wird die Bahn mit dazu beitragen, den Namen und den Ruf der alten Stadt Boppard als einen der beliebtesten Ferienorte und Ausflugsziele noch weiter auszudehnen und zu festigen.

Namens der Stadt darf ich der Gesellschaft zu dem festlichen Tage die besten Wünsche übermitteln und ihr wie auch allen Fahrgästen zurufen: „Glückliche Fahrt!“

Die Presse über uns: Bericht des KSTA

Zur Einweihung der Sesselbahn Boppard im Jahr 1954 durften alle Gäste gratis mitfahren. Dabei war auch der damals 14-jährige Heinz Krautkrämer. „Es war ein wunderschöner Sommertag“, erinnert er sich heute. Er blieb der Sesselbahn treu: In den Schul- und Semesterferien verdiente er sich dort sein Taschengeld, später stieg er als Geschäftsführer ein. Heute ist er aus beruflicher Sicht im Ruhestand und 50-prozentiger Miteigentümer der Bahn.

Zwanzig Minuten dauert die Fahrt von der Talstation Boppard- Mühltal auf die Bergstation. Ganz in der Nähe liegt das «Gedeonseck» 232 Meter hoch über dem Rhein, mit einem atemberaubenden Blick über die Rheinschleife bei Boppard. Hier soll Mitte des 19. Jahrhunderts der Heimatdichter Gedeon von der Heide seine schönsten Texte verfasst haben.
Fünf Unternehmer gründeten die Sesselbahn Boppard 1954. Heute ist sie ein Familienunternehmen: Heinz Krautkrämer und seine Tante halten je die Hälfte der Anteile. Der Betrieb hat sieben feste Mitarbeiter und vier Aushilfen. Im Sommer kommen vor allem Urlauber und englische Schulklassen, im Herbst lassen sich Gruppenreisende und Mitglieder von Kegelclubs mit 0,75 Metern pro Sekunde auf den „Hirschkopf“ fahren.

Am schönsten ist die Fahrt über grüne Felsen und ein Waldtal bei Trockenheit und Sonne. Aber auch bei Regen drehen die 80 Doppelsitze aus Holz unermüdlich ihre Runden. „Dann verkaufen wir Regencapes für die, die keinen Regenschutz dabei haben“, sagt Krautkrämer. Bei Stromausfall springt ein Diesel-Hilfsaggregat ein.

Nach erfolgreichem Berufsleben, begehrt er heute ein ruhigeres und beschaulicheres Leben.
Kommt doch einmal Stress auf, fährt Krautkrämer im Doppelsitz hinauf auf das Gedeonseck.
Beim Blick auf die Rheinschleife löst sich jeder Stress.

50 Jahre Sesselbahn Boppard

Offensichtlich war das Nachkriegsjahr 1954 ein Erfolgs- u. Gründerjahr mit bahnbrechender Siegesserie. Nicht nur die Wochenzeitung „Rund um Boppard“ wurde vor einem halben Jahrhundert aus der Wiege gehoben, auch die im „Weltmeisterjahr“ eröffnete Sesselbahnentwickelte sich seither zu einer beispiellosen Erfolgsstory, die alle Höhen und Tiefen mit Bravur überdauerte. Am 26.Mai 1954, Christi Himmelfahrt, sollte es endlich zur Jungfernfahrt kommen, nachdem mit Oswald und Friedoline Krautkrämer, Heinrich Schweitzer, Willi Vogt und Franz Aspiron – die fünf Unternehmer waren übrigens alle samt keine „waschechten“ Bopparder – weitsichtige und auch risikobewusste Gründungsväter zahlreiche bürokratische Hürden und immer neue Widerstände aus der Bevölkerung aus dem Weg geräumt hatten, bis in volksfestartiger Stimmung die ersehnte feierliche Eröffnung der Sesselbahn stattfinden konnte. Es war gerade mal ein halbes Jahr vergangen, als die Öffentlichkeit Boppards die ersten Gerüchte und Nachrichten über die Errichtung einer Sesselbahn vom Eingang des Mühltals bis hinauf zum am 10. August 1898 eröffneten Aussichtspunkt Gedeonseck laut wurden. Standen in den ersten drei Monaten noch viele Bürger dem Vorhaben skeptisch gegenüber, so leitete die Aufklärungsarbeit einiger Stadtväter, allen voran Rudolf Koelges und Dr. Alexander Stollenwerk, mit der Hervorhebung der fremdenverkehrsmäßigen Bedeutung und Einmaligkeit der geplanten „Investition in die Zukunft“ recht bald einen Umdenkungsprozess in der Bevölkerung ein. Gebetsmühlenartig erörterte zudem der leitende Ingenieur der Düsseldorfer Fachfirma Hasenclever, die für die Bauausführung verantwortlich zeichnete, den interessierten und reichlich fragestellenden „Bopparder Baufachleuten vor Ort“ immer wieder Präzision, Sorgfalt und versteckte Details, mit der das damals als „technisches Wunderwerk“ gepriesene Bauvorhaben voranschritt. Die Akzeptanz seitens der Bevölkerung stieg von Tag zu Tag und schon recht bald freute man sich weithin auf die Fertigstellung des geplanten Tourismusmagnets. Das überwältigende Bevölkerungsinteresse am Baufortschritt wurde durch den regen Baustellenbesuch im Tal und auf der Höhe wohl am beweiskräftigsten dokumentiert. So galt das Mühltal gar für einige Wochen als verkehrsreichste Straße im alten St. Goarer Landkreis. Schnell zeigte sich, dass das Projekt allen Skeptikern zum Trotz einer glücklichen Vollendung entgegensehen konnte. In Anwesenheit von ungezählten Repräsentanten des öffentlichen Lebens, von Presse und Rundfunk sowie rund 1.500 Zuschauern fand dann endlich bei sonnigem Wetter an „Christi Himmelfahrt“ die feierliche Eröffnung statt. Der Männergesangverein Boppard schmetterte unter der Leitung seines unvergessenen Dirigenten Lorenz Wolf zur Eröffnung des Festaktes das Chorlied „Mein Heimatland wach auf“. Grußbotschaften des Ministerpräsidenten Dr. Peter Altmeier, von Staatssekretär Dr. Wilhelm Steinlein und Regierungspräsident Dr. Wilhelm Sommer wurden vorgetragen. Nach Festreden des Gesellschafters Oswald Krautkrämer, dem Prokuristen der bauleitenden Firma Hasenclever, von Landrat Heinrich Roth und Bürgermeister Dr. Alexander Stollwerk segnete Pfarrer Erhard Krummeich die Sesselbahn ein. Als der jüngste Ehrengast, Oswald Krautkrämers vierjährige Tochter mit ihrem Vater das weiße Band durchschnitt und den ersten Sessel bestieg, hallte weithin durchs gesamte Mühltal der Jubel der staunenden Festgäste, die allesamt mit Freifahrten bedacht wurden. Ein beeindruckender Zeitzeuge beschrieb seine erste Sesselbahnfahrt am Eröffnungstag wie folgt:

„Und dann begann die Auffahrt zum Gedeonseck. Ohne Erschütterung, ohne Schaukeln schwebten wir auf unserem Sessel davon. Ein einmaliger Blick auf die große Schleife des Stroms mit seinem regen Schiffsverkehr, auf die in strahlender Sonne liegenden Stadt Boppard und die Orte Kamp und Filsen sowie in das Mühltal und die waldreichen Nebentäler bot sich uns Fahrgästen. Und als ich dann noch den Hunsrückzug aus dem Talbergtunnel herauskeuchen sah, wurde mir die ungeheure technische Entwicklung der letzten 50 Jahre so recht bewusst.“

Seit nunmehr einem halben Jahrhundert gehört eine Fahrt mit der Bopparder Sesselbahn zum absoluten Pflichtprogramm eines jeden Boppardbesuchers, egal ob jung oder alt, egal ob Tages- oder Langzeittourist.

Gut 20 Minuten benötigt die Sesselbahn zur Bewältigung der 915 Meter langen Strecke, auf der es einen Höhenunterschied von 232 Metern zu bewältigen gilt. Zum Teil in fast schwindelerregender Höhe, zum Teil so nahe am fußläufigen Bergaufstieg, das mancher Fahrgast glaubt, Blümchen pflücken und aufsteigende Passanten mit Handschlag begrüßen zu können. Insgesamt 80 Doppelsessel gewährleisten eine stündliche Förderleistung von 600 Personen in jeder Fahrtrichtung. Seit der Eröffnung gilt die Bergstation als beliebter Ausgangspunkt zu herrlichen Waldspaziergängen, wobei auch die nahegelegenen Weinberge des Bopparder Hamm auf ausgeschilderten Wanderwegen recht schnell erreichbar sind. Zudem laden mit „Gedeonseck“ und „Vierseenblick“ zwei moderne Berg-Restaurantbetriebe zum geruhsamen Verweilen mit einmaligem Blick Rheinblick ein. Natürlich ist auch die Talstation von einladenden gemütlichen Gastronomiebetrieben umsäumt.

Auf zwischenzeitlich rund drei Millionen Fahrgäste schätzt ein rühriger Geschäftsführer Heiz Krautkrämer,
der der Betreibergesellschaft seit einigen Jahren vorsteht, das bisherige Besucheraufkommen auf Boppards beliebtester Fremdenverkehrsattraktion. Jährlich kommen sechsstellige Zahlen hinzu.

„Glücklicherweise wurden wir bislang von jeglichen Unfällen verschont. Natürlich wurden Fahrgäste auch schon Opfer eines kräftigen Regenschauers oder mussten auf einer aus Sicherheitsgründen angehaltenen Bahn im Sessel das Ende eines Sommergewitters abwarten, was sich leider wohl niemals absolut ausschließen lässt. Vor rund 10 Jahren wurden gar einige Fahrgäste nach einem technischen Defekt vom Höhenrettungstrupp der Freiwilligen Feuerwehr auf festen Boden zurück befördert. Dies sorgte natürlich bei allen Betroffenen für einige Aufregung, obwohl die Bahn dann nach einer knappen Stunde wieder fahrtüchtig war“, verweist Heinz Krautkrämer, für den wie bei seinen Vorgängern die Sicherheit ganz groß geschrieben wird und absolute Priorität genießt, auf regelmäßige, unerlässliche Wartungsarbeiten und die damit verbundenen erheblichen Betriebsinvestitionen“.

„Neben zahlreichen sonstigen Investitionen in den letzten Jahren, schlug allein die neue digitale Antriebsteuerung für das Betreiberunternehmen kräftig zu Buche.
Hinzu kommen neben den Personalaufwendungen die ständigen Fixkosten durch Überfahrrechte, notwendige Pacht- und Erbbaurechtsverträge, öffentliche Abgaben und, und, und ….“

Dennoch vermeldet der 50%ige Mitinhaber Heinz Krautkrämer im gleichen Atemzug und nicht ohne Stolz, dass nach jüngst abgeschlossenen erfolgreichen Vertragsverhandlungen mit Bürgermeister Dr. Walter Bersch auch für die kommenden Jahre die Existenz der Bopparder Sesselbahn im Herzen des Welterbes Oberes Mittelrheintal langfristig gesichert sein dürfte.

Aus betriebsorganisatorischen Gründen findet die Jubiläumsveranstaltung „met Preise wie vor fuffzig Johr“, zu der alle Bopparder ebenso wie die Gäste unserer Stadt herzlich eingeladen sind, bereits am 12.Mai 2004, also einige Tage vor dem eigentlichen Jubiläumstag statt.

Erhaltung der Sesselbahn

Erhaltungsarbeiten
Wie Sie sich sicherlich vorstellen können, bedarf eine Sessel- oder Seilbahn einer technischen Pflege.
Hierzu gehören viele Arbeiten die der Erhaltung, aber auch der Erneuerung und Sicherheit der Bahn dienen.

Ebenso wie die Erhaltungsarbeiten, gehört auch die technische Abnahme mit ihren strengen Kriterien
Jahr für Jahr zu unseren Aufgaben die es zu bewältigen gilt. Um ein paar der Aufgaben aufzuzeigen, denn alles wäre hier zu umfangreich, möchten wir Ihnen einige wenige davon näher bringen.
Zu unseren ständigen Aufgaben gehört unter anderem:

– Die tägliche Seil- und Seilklemmen-Kontrolle
– Die Kontrolle der Stützen mit ihren Seilrollen und technischen Sicherheitseinrichtungen
– Die Kontrolle der Fundamente der Stützen und deren Instandsetzung
– Das regelmäßige Abschmieren der Laufrollen sowie der beweglichen Teile
– Die tägliche Kontrolle des Antriebs samt Notantrieb
Dies sind nur ein paar kleine Aufgaben die wir ständig erledigen um Ihnen das Fahrvergnügen auf der schönsten Sesselbahn im Mittelrheintal zu ermöglichen.

Unsere Bahn wurde im Jahr 1954 erbaut und ist heute sicherer denn je. Nicht zuletzt wegen vieler Erneuerungen. Dazu zählt unter anderem die Erneuerung unseres Steuerungssystems, welches als eines der modernsten und sichersten in ganz Deutschland zählt. Weiterhin wurde unsere Talstation und das darin befindliche Umlaufrad, das Getriebe , der Notantrieb erneuert bzw Generalüberholt. Bei all diesen umfangreichen Arbeiten, haben wir auch unsere Strecke nicht ausser Acht gelassen.
Stütze für Stütze wurde überholt und Teile, die dem Verschleiß unterliegen, ersetzt.
Diese Arbeiten werden natürlich durch die technische Prüfbehörde mit strengem Auge kontrolliert, um Ihnen allzeit eine sichere Fahrt zu gewährleisten.
Erhaltungsarbeiten an einer Stütze
Das uns erteilte TÜV-Siegel für das Jahr 2007
Erhaltungsarbeiten
Erweiterung der Sesselbahn

Sesselbahn befördert jetzt auch Fahrräder Neuer Service in Boppard

Sesselbahn befördert jetzt auch Fahrräder
Neuer Service in Boppard

Nachdem im Frühjahr die Mountainbike Strecke im Bopparder Mühltal freigegeben wurde,
handelte auch unsere Sesselbahn. Nach umfangreichen Umbauarbeiten,
sind wir nun in der Lage auch Fahrräder zum Gedeonseck zu transportieren.
Ein Novum am Mittelrhein.
Schließlich ist der Anfahrtsweg für die Biker über den Anfahrtsweg vom Mühltal recht beschwerlich.
Viel einfacher und bequemer geht es mit unserem Sessellift hinauf,
wobei man auch noch die schöne Aussicht auf die große Rheinschleife und das Mühltal genießen kann.

Acht leuchtend gelbe Fahrradträger, für jeweils zwei Fahrräder geeignet,
stehen für die Mountainbiker sowie selbstverständlich auch Radwanderer bereit.
Egal ob Mountainbike, Trekking-, Downhill- oder Tourenrad,
sie alle können mit unserer Sesselbahn auf die Bergstation am Gedeonseck transportiert werden.

Aufwendig haben wir Sesselbahngehänge auf den Fahrradbetrieb umgerüstet.
Der Sattel des Fahrrades dient dabei der eigentlichen Befestigung. Zusätzlich wird das Fahrrad mit einem Sicherheitsgurt gegen Herabfallen gesichert. Dies ist eine Auflage die uns der TÜV gestellt hat und die wir selbstverständlich zu Ihrer und unserer Sicherheit, sowie der Sicherheit der Wanderer unterhalb der Seilbahnstrecke einhalten. Zum Schutz der Lackierung des Fahrrades,
sind unsere Fahrradtransportgehänge mit einer Kunststoffummantelung versehen.

Der TÜV Rheinland als Prüfbehörde hat die Transportgehänge genehmigt und wünscht allen Fahrradbegeisterten viel Spaß beim sicheren Transport zur Bergstation unserer Sesselbahn.

In der Nähe der Bergstation hat man nicht nur einen reizvollen Ausblick ins Rheintal,
sondern sie ist auch Ausgangspunkt zu herrlichen Radtouren im nördlichen Stadtwald von Boppard.
Neben der sogenannten Mountainbike-Downhill-Strecke hat man die Möglichkeit,
über den Rhein-Burgen-Wanderweg bis zum Jakobsberger Hof zu fahren
oder in Richtung Hunsrückhöhenstraße zur Mosel.
Somit ist das Ausflugsangebot mit dem Rad vielfältiger durch unseren neuen Service geworden.
Mountainbike am Fahrradgehänge über dem Rhein